Es war ein Szenario wie aus einem Film: Kevin Escoffier geriet mit dem Bug frontal in eine fünf Meter hohe Welle und das Boot zerbrach in zwei Teile. Der Franzose konnte sich in sein Schlauchboot retten und trieb fast zwölf Stunden ohne Rettung im Südpolarmeer – bis ein Konkurrent ihn an Bord holte.

Getreu des Mottos seiner Yacht „Yes, We Cam!“ zeigte Jean Le Cam tatsächlich, was er kann. Er kam dem havarierten Skipper zur Hilfe und brachte ihn in Sicherheit. „Es war bei den Bedingungen nicht einfach. Es war Nacht, das Meer stürmisch. Ich musste fünf, sechs Mal wieder wenden und an den Ort fahren, wo ich Kevin gesehen habe“, so LeCam von Bord seines Bootes. Aufgrund dieser unklaren Lage wurden zunächst weitere Skipper in die Rettungsaktion eingebunden. Darunter auch der Deutsche Boris Herrmann. Die Zeit aller an der Rettung beteiligten Skipper wurde zurückgesetzt.

Herrmann segelt seit Beginn der Vendée Globe konstant und liegt derzeit auf dem sechsten Rang. Als ihn die Meldung der Rettung erreichte, befand er sich in etwa 80 Meilen westlich von dem Unfall.

Deutscher Segler Boris Herrmann auf Rang 6

Mit Escoffier muss bereits der zweite Franzose die Rückreise antreten und kann nicht mehr am Rennen teilnehmen. Diese Erfahrung machte zuvor Nicolas Troussel mit seiner CORUM L’Épargne, die einen Mastbruch erlitt und den Franzosen aus dem Rennen ausscheiden ließ. Für Escoffier endete das Rennen nun plötzlich und das, wo er mit dem dritten Platz zu den Führenden gehörte.

Nach der Rettungsaktion liegt Le Cam hinter Herrmann auf dem siebten Rang. Vor zwölf Jahren war der Franzose bei der Vendée Globe selbst in einer ungünstigen Situation und wurde von seinem Konkurrenten Vincent Riou gerettet. Sein Boot trieb damals vor Kap Hoorn auf dem Kopf. Nun bekam der 61-Jährige die Chance, die Hilfe weiterzugeben, die er damals bekam.

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