Segeln in den Boden an der deutschen Ostseeküste ist nichts für schwache Nerven. Die Eigenarten der Gewässer fordern Konzentration und machen den Törn für Segelboote durchaus gefährlich.

Denn während Sportboote ohne Kiel die flachen Bodden meist ohne Probleme befahren können, sollten Segler bei den oft weniger als 1,60 Meter tiefen Küstengewässern die volle Aufmerksamkeit wahren. Unzählige Male haben selbst erfahrene Skipper ihre Kielboote bereits auflaufen lassen und dabei entweder Kiel oder sogar den Mast verloren.

Schwellen, Sandbänke, Strömungen und Flachwasser zeichnen die Bodden charakteristisch aus und können die Navigation insbesondere bei windigem oder nebligem Wetter erschweren. Wer also mit dem Boot zwischen der Hansestadt Rostock und dem äußersten Westen Polens unterwegs ist, sollte seine Augen stets offenhalten.

Boddenhafen von Ahrenshoop
Foto: fotografci – stock.adobe.com

In Norddeutschland gehören die Gewässer des pommerschen Festlands, der Insel Rügen, der Insel Usedom und der Hiddensee zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Sie verlaufen entlang der südlichen Ostsee und haben Zugang zur offenen See.

Die einzigartigen Landschaften entstanden durch die tauenden Gletscher nach dem Ende der Eiszeit, da das Schmelzwasser bis zu 90 Kilometer in das Binnenland vorgerückt war. Daraufhin entstanden kleine Fischerdörfer an den Ufern der Bodden. Bis heute ist ein Törn dort deshalb durchaus ein Spektakel, da die Segler dabei das Leben der Bewohner beobachten können.

Wechselnde Bedingungen können ungemütlich werden

Wer während seines Segelurlaubs in den Boddengewässern baden will, ist dort meist an der falschen Adresse. Vielmehr stehen dort Wasserwanderungen auf dem Programm. In den Monaten von August bis Oktober sind diese besonders beliebt, denn dann ist das Wasser noch aufgewärmt und die Außentemperatur etwas kühler. Dichte Nebelschwaden ziehen in den Morgenstunden über den Bodden auf und machen nach einigen Stunden im besten Fall für einen klaren Himmel Platz.

Allerdings kann das auch ganz anders aussehen. Etwa wenn im September Herbststürme oder Flauten auftreten und den Segeltörn zu einem ungemütlichen Erlebnis werden lassen. Im Oktober hat sich das dann allerdings meist auch schon wieder erledigt und selten treffen Skipper auf kräftige Winde.

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