Er ist durch einen Fluch dazu verdammt, mit seinem Geisterschiff auf den Weltmeeren herumzuirren. Bis zum jüngsten Tag kann er keinen Hafen anlaufen oder Erlösung im Tod finden. Die Legende vom fliegenden Holländer ist weltberühmt. Dass der fliegende Holländer mehr als ein Mythos sein könnte und mit Bernard Fokke sogar ein damaliger Seemann ins Spiel gebracht wird, wissen vielleicht nicht alle.

Dabei ist grundsätzlich unklar, ob der fliegende Holländer der Kapitän war oder es sich um den Namen des Schiffes handelte. Auch um eine mögliche Erlösung des Seemanns ranken viele Mythen. Alle sieben, zehn oder hundert Jahre darf der verfluchte Kapitän an Land. Findet er dort eine Frau, die ihn aufrichtig liebt, ist der Fluch gebrochen.

Dazu, wie er überhaupt in diese Lage geraten ist, hat sich vor allem eine Version im Laufe der Jahrhunderte entsponnen. Als das Schiff in einen Sturm gerät, fleht die Besatzung den Kapitän in Panik an, einen sicheren Hafen anzusteuern. Doch er denkt nicht daran und mit dem Verfluchen der Naturgewalten zieht er den Zorn Gottes auf sich, der ihm den Bann auferlegt. 

Richard Wagner brachte fliegenden Holländer 1843 auf die Bühne

So auch in der Oper von Richard Wagner. Denn der Sagenstoff wurde immer wieder von Autoren aufgegriffen. Als der Komponist 1839 von Riga aus ein Schiff nach London nahm und in Seenot geriet, führte ihn das mehrfach in norwegische Häfen. Dort hörte Wagner erstmals von den Seemannsgeschichten des fliegenden Holländers. Die Abenteuergeschichten des rastlosen Mannes inspirierten Wagner zu der romantischen Oper, die 1843 in Dresden uraufgeführt wurde.

Die Legende soll ihren Ursprung schon im 17. Jahrhundert haben und sich in den Gewässern am Kap der guten Hoffnung abgespielt haben. Eine Region, die unter Seeleuten seit jeher durch ihre starken Winde gefürchtet ist.

Bernard Fokke lebte zu dieser Zeit und war für seine schnelle Segelgeschwindigkeit bekannt. Von den Niederlanden nach Jakarta soll er mit 90 Tagen nur die Hälfte der Zeit anderer Seefahrer benötigt haben. Der Niederländer müsse es also mit dem Teufel zu tun haben. Außerdem wurde Fokke als jähzornig beschrieben. Als er von einer Fahrt nicht zurückkehrte, soll er anschließend auf ewig die Weltmeere durchkreuzt haben.

„Geisterschiffe“ im 19. Jahrhundert an der Tagesordnung

Sogenannte Geisterschiffe waren im 19. Jahrhundert immer wieder auf den Weltmeeren unterwegs. 1869 sollen sich mehr als 200 Schiffe dieser Art auf den Ozeanen getummelt haben. Seuchen hatten deren Besatzung dahingerafft und das Schiff trieb so lange umher, bis es durch einen Sturm schließlich versank.

Geisterähnliche Schiffe im Nebel und am Horizont, von dem sie plötzlich verschwunden waren, gaben dem Mythos zusätzliches Feuer. Auch von leibhaftigen Begegnungen wurde zur damaligen Zeit immer wieder berichtet. Ein im roten Licht glühendes Geisterschiff soll Prinz George 1881 gesehen haben.

Ob nun Fokke oder angeblich Gesehenes – der Mythos fliegender Holländer ist zu einer Legende geworden, die bis heute nicht als komplettes Seemannsgarn abgetan werden kann. Denn genau das macht die faszinierende Geschichte aus.

Titelbild: muratart – stock.adobe.com

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.