Sie ist bekannt als eine der größten Katastrophen, die den Segelsport bislang ereilt hat: 1979 traf ein nicht vorhergesagter Orkan bei der Abschlussregatta des Admiral’s Cup auf 303 Boote. In seinem Buch berichtet der Überlebende Nick Ward über das Drama und wie ihn seine Crew auf dem Boot zurückließ.

„Allein mit dem Tod – Eine verschwiegene Tragödie vom Fastnet Race 1979“ heißt das Buch des Seglers, in dem er das Geschehene beschreibt und sicherlich auch einen Schritt in Richtung Verarbeitung tätigt. Denn Ward blickte dem Tod 1979 direkt ins Auge, als das Boot seiner Crew im Rennen des Admiral’s Cup von einem Orkan erfasst wurde.

15 Teilnehmer der populären Fastnet-Regatta und vier Rettungskräfte mussten ihr Leben lassen. Von den 58 Booten der kleinsten Bootsklasse des Rennens, zu denen auch die Yacht „Grimalkin“ von Wards Besatzung gehörte, erreichte nur eines den Zielhafen in Plymouth. Das sind die Fakten, die lange bekannt waren. Mit der Veröffentlichung seines Buches brach Ward sein Schweigen und berichtet darüber, wie seine Kameraden ihn und seinen sterbenden Freund Gerry auf dem sinkenden Boot zurückließen.

Was geschah in der Nacht vom 13. auf den 14. August?

Die Wettfahrt begann am 11. August 1979 mit lauen Lüftchen und auf der „Grimalkin“ waren außer Ward noch fünf weitere Segler. Sie kamen so langsam voran, dass sie schon bald frustriert waren. Zu dem Zeitpunkt ahnte wohl noch keiner der Crewmitglieder, dass sich der Wind schon bald maßgeblich ändern würde.

„Als wir die Südküste von England entlangsegelten hinaus auf die offene See, die keltische See, vorbei an Land‘s End, war der Wetterbericht der BBC völlig konträr zu dem, was wir erlebten. Von der Flaute ging es fast direkt über in einen Sturm, und das kam nicht in Schritten, sondern schoss in der Beaufort-Skala nach oben. Innerhalb von drei Stunden fiel der Luftdruck auf 979 Millibar“, so Ward in seinem Bericht.

In der Nacht vom 13. auf den 14. August baute sich der Sturm um das Boot immer weiter zu einem Orkan mit haushohem Seegang aus. Für die Teilnehmer der Regatta begann ein Kampf ums Überleben – und so auch für die Besatzung der „Grimalkin“.

Ward enthüllt die Geschichte der „Grimalkin“

Das Einzige, was die Besatzung an Bord ihres Bootes hielt, waren die Sicherheitsleinen. Sie wurden immer wieder von der See überrollt, das Boot kenterte und nur die Sicherheitsleinen ermöglichten ihnen immer wieder den Weg zurück an Bord. Die Crew diskutierte darüber, ob sie in die Rettungsinsel wechseln und das Boot hinter sich lassen sollte, wogegen Ward sich mehrfach aussprach. Kurze Zeit später traf den Segler etwas am Kopf und er verlor das Bewusstsein.

Als er wieder aufwachte, war die Rettungsinsel verschwunden und er entdeckte nur noch ein weiteres Crewmitglied im Wasser. Trotz der Wiederbelebungsversuchen von Ward verstarb Gerry kurz darauf. Ab dem Zeitpunkt sollte es noch 14 Stunden dauern, bis er und sein toter Freund gefunden wurden.

Heute, mehr als 40 Jahre später, macht der Überlebende der Katastrophe seinen Kameraden keinen Vorwurf mehr. Doch es dauerte 30 Jahre, bis er in dem Buch über sein Trauma sprechen konnte. Der packende Bericht wird unter anderem durch Fotos, Wetterkarten und Auszügen aus dem offiziellen Bericht über die Fastnet-Katastrophe untermalt.

Titelbild: Delius Klasing

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