Die Santa Maria strahlt auch über 500 Jahre nach ihrem Untergang eine Faszination auf viele Segler weltweit aus. Für Christoph Kolumbus war sie ein Albtraum von Segelschiff: Zu langsam, zu behäbig – einfach ungeeignet für seine Entdeckerreise. Trotz der Kritik hat ihn das Segelschiff bis nach Amerika geführt. Wer der Faszination nachgehen und auf den Spuren von Kolumbus wandeln möchte, der kann das auf Madeira tun.

1993 wurde in der Karibik das Wrack eines Segelschiffes gefunden. Amerikanische Meeresarchäologen sind sich seit 2014 sicher, dass es sich um das Flaggschiff von Christoph Kolumbus handelt, mit dem er sich 1492 von Spanien aus auf Entdeckerreise begab. Für Barry Clifford ist sie wie der Mount Everest unter den Schiffswracks, so der Forscher damals gegenüber dem Sender CNN.

Spanische Experten zweifelten jedoch an, dass es sich bei dem vor Haiti gefundenen Segelschiff um die Santa Maria handelt. In diesem Gebiet seien bereits hunderte Schiffe gesunken. Eine Verwechslung sei daher nicht ausgeschlossen.

Touristen brechen vor Madeira auf zu neuen Ufern

Unter Experten wird gestritten, dabei liegt die Santa Maria doch vor Madeira vor Anker. Von den weißen Segeln prangen rote Kreuze und das Schiff besitzt nur einen flachen Kiel. Sobald der Wind nicht aus der gewünschten Richtung bläst, ist auch diese Santa Maria schwer zu segeln und triftet ab. Ein Unterschied zum Original von 1492 besteht daher im eingebauten Motor. Der 455 PS starke Caterillar-V-Motor ist vor allem beim An- und Ablegen im engen Hafen von großem Vorteil. Auch eine Bar am Heck und eine Toilette gab es zu Kolumbus´ Zeiten noch nicht an Bord.

Der Niederländer Rob Wijntje verwirklichte sich mit dem Nachbau der Santa Maria einen Traum. Dafür nahm er alte Bilder des Entdeckungsschiffes genau unter die Lupe und entwickelte mit den Experten einer Werft auf Madeira den Bauplan.

1997 wurde das Schiff im Fischerort Camara do Lobos auf Kiel gelegt und macht sich seither mit Touristen auf zu neuen Ufern.

Titelbild: denisvdwater – stock.adobe.com

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