Da das Kap auch heute noch wegen seiner Klippen und der dort herrschenden Winde gefürchtet wird, ist der Name „Kap der Guten Hoffnung“ etwas irreführend. Die doch sehr ermutigende Bezeichnung liegt einer fatalen Fehleinschätzung portugiesischer Seeleute zugrunde. Sie hatten die Hoffnung, dass der Seeweg der schnellste nach Indien sei. Obwohl viele Schiffe von dort nicht mehr zurückkehrten, hat das Kap bis heute seinen Reiz als Segelroute nicht verloren.

Die Lage am Rande des Südlichen Ozeans sorgt für die mitunter heftigen Winde und den starken Seegang. Direkt an der Küste erstreckt sich eine Felsenlandschaft, die sich auch unter Wasser ins Meer ausdehnt. Die oft unberechenbaren Winde können dafür sorgen, dass Schiffe wieder in Richtung Küste gedrückt werden und auf die Felsen auflaufen.

Auch starke Strömungen, sogenannte Ozeanwirbel, die am Kap zu den mächtigsten Wirbeln der Ozeane zählen, lassen das Gebiet unberechenbar werden. Weit über 3.000 Schiffswracks liegen daher heute auf dem Grund des Meeres vor der Südspitze Südafrikas.

Der Seefahrer Bartolomeu Diaz soll das Kap 1488 als erster umrundet haben. Dabei ist unklar, ob der Portugiese wirklich das Kap der guten Hoffnung oder das Kap Algulhas, den eigentlich südlichsten Punkt Afrikas, passierte. Daher ging der Portugiese Vasco da Gama als Entdecker in die Geschichte ein. Er kam zehn Jahre später auf dem Weg nach Indien am Kap der guten Hoffnung vorbei.

Zahlreiche Legenden ranken sich um das Kap

Insbesondere wegen des großen Anspruchs an das Segelrevier wird auch das Kap vor Südafrika immer mehr zum Charterrevier. An zahlreichen Buchten wie der False Bay und der Hout Bay kann sicher geankert werden. Auch bei Weltumsegelungen wie der Vendée Globe ist es immer wieder ein Etappenziel vieler Seglerinnen und Segler.

Die Legenden und Sagen rund um das Kap der guten Hoffnung sind zahlreich. Vor allem eine Geschichte erzählt man sich auch heute noch – die vom fliegenden Holländer. Der Legende nach wollte der Kapitän eines holländischen Schiffes das Kap trotz wilder Stürme und meterhoher Wellen umrunden. Nachdem er schreckliche Gotteslästerung betrieben hatte und das Schiff vom Blitz getroffen wurde, war es dazu verdammt, weiter als Geisterschiff über die Weltmeere zu segeln.

Titelbild: Vero Wamser – stock.adobe.com

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.