Vor mehr als fünf Jahren begann die Sanierung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“. Nun soll sie ein Ende haben und das Schiff soll Ende Mai zurück an die Marine gehen. Das Sanierungsdebakel kostete jedoch mehr Geld als geplant und eine Menge Nerven.

Offiziersanwärterinnen und -anwärter erlernen auf dem Segelschulschiff der Marine traditionelles Seemannshandwerk. Das über 60 Jahre alte Schiff ging 2015 in die Sanierung. Damals hatte wohl niemand geahnt, dass erst fünfeinhalb Jahre später mit der Fertigstellung zu rechnen ist. Und damit nicht genug. Anstatt der geplanten zehn Millionen Euro wird die Generalüberholung den deutschen Steuerzahler am Ende rund 135 Millionen Euro gekostet haben. Der Bundesrechnungshof sieht die Verantwortung für die schlechte Organisation dahingehend bei der Marine und dem früheren Hauptauftragnehmer.

Laut der „WirtschaftsWoche“ „dürfte es an Land noch auf Jahre hinaus Ärger geben, selbst wenn die ´Gorch Fock´ schon wieder auf dem weiten Meer segelt als Botschafter Deutschlands und seiner Marine. Derzeit ist die Bremer Lürssen-Werft mit dem Innenausbau des Schiffs beschäftigt. Der Stahlrumpf der „Gorch Fork“ hat den graugrünen Schutzanstrich bereits wieder gegen die weiße Farbe eingetauscht, was tatsächlich Hoffnung auf die baldige Fertigstellung gibt.

Illegal geschlagenes Teakholz für das Deck?

Neben dem Kostendebakel überschattet ein weiterer Vorwurf die Sanierung des Segelschulschiffs: Naturschützer erheben die Stimme und werfen dem Bund vor, illegal geschlagenes Teakholz aus Indonesien importiert und für das Deck des Schiffs verwendet zu haben. Nun haben sie beim Verwaltungsgericht Köln die Anklage gestellt und wollen den Weiterbau mit dem Hartholz stoppen. Eine Entscheidung dahingehend steht noch aus.

Und damit ist noch immer nicht genug. Zwei früheren Vorständen der Elsflether Werft und mehrerer Marinemitarbeiter, die in die Sanierung der „Gorch Fock“ involviert waren, werden Betrug, Untreue und Korruption vorgeworfen. Die Werft hatte das Schiff über mehrere Jahre gewartet und deshalb auch den Auftrag für die Generalüberholung bekommen, bis sie im Februar 2019 insolvent ging.

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