Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste auf der Vendée Globe. Vergangenen Mittwoch zeigte der Tracker plötzlich an, dass Thomas Ruyant beidrehte und nur noch mit drei Knoten fuhr. Der Grund: Ein Bugsegment hatte sich mit Wasser gefüllt. Währenddessen zeigt sich Boris Herrmann von Bord sichtlich emotional.

Es wird nicht langweilig auf der härtesten Regatta der Welt. Nachdem Charlie Dalin die Führung an Ruyant übergab, da sein Boot Schaden erlitt, musste nun auch dieser die Geschwindigkeit drosseln. Grund dafür war ein Wassereinbruch und der Franzose musste das Boot beidrehen, um es leer zu pumpen. Das Boot erlitt keinen Schaden, da es die tosende See war, die seinen Luken-Deckel auf dem Vorschiff öffnete und so das Wasser eindringen ließ. Der Skipper hatte Glück.

Denn das Wasser trat am Bug ein und war so in den wasserdichten Abteilungen eingeschlossen, die auf den Booten dafür sorgen, dass bei einer High-Speed-Kollision nicht der ganze Rumpf binnen Sekunden vollläuft. Der Franzose konnte das Problem schnell beheben, denn bereits einige Stunden später nahm er wieder Kurs auf die Führung.

Dalin hinter Bestaven

Die verringerte Geschwindigkeit von Ruyant nutzte Dalin, um zu überholen und segelt somit derzeit an zweiter Position hinter Yannick Bestaven. Dieser liegt seit einigen Tagen an der Spitze der Vendée Globe und erreichte gestern als erster den Pazifik. Dalin ist ihm mit 102 Meilen Rückstand auf den Fersen und Ruyant liegt 176 Meilen zurück. Inmitten der Verfolgergruppe holt Boris Herrmann weiter auf.

Mit 435 Meilen Rückstand auf den Führenden kämpfte sich Herrmann in den vergangenen Tagen auf den fünften Rang vor. Seine Leistungen bleiben somit konstant und er nimmt weiterhin Kurs auf die Führung. Für den Deutschen scheint es seit Beginn der Regatta gut zu laufen. Doch nicht immer läuft alles so rund, wie es für die Außenwelt aussieht. Der Skipper hat sichtlich mit den Strapazen der Regatta zu kämpfen, wie er der FAZ bei einem Telefonat mitteilte.

Es ist ein ständiges Auf und Ab. Nachdem er so erfreut war, seine Mitstreiter auf den weiten des Ozeans zu entdecken und nach wochenlanger Fahrt endlich Menschen zu sehen bekam, holte ihn ein miserabler Tag ein. Reparaturen an seiner „Seaexplorer“ hatten den Skipper um die nächtliche Ruhe gebracht, die doch gerade bei dieser herausfordernden Regatta so unersetzlich ist. „Mittlerweile werde ich schnell emotional, wenn ich zu wenig zur Ruhe komme“, so der einzig deutsche Teilnehmer auf der Vendée Globe.

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