Der Schweizer Segler Yvan Bourgon und die von ihm gegründete Umweltschutzorganisation „The SeaCleaners“ nehmen mit ihrer neuen technischen Innovation Kurs auf plastikfreie Ozeane. Ein Öko-Schiff namens Manta soll dabei die Lösung sein.

Ein Leben ohne Plastikmüll ist heute kaum mehr vorstellbar, was von Tag zu Tag mehr Verschmutzung und Schaden in der Umwelt anrichtet. Besonders stark davon betroffen sind unsere Meere und die Flora und Fauna, deren Lebensraum dadurch massiv eingeschränkt wird.

Netze sowie anderer Müll der Fischfangboote stellen einen Großteil des Problems dar. Meerestiere verfangen sich oder ersticken an angesammeltem Mikroplastik und kommen so ums Leben. Die französische Umweltschutzorganisation „The SeaCleaners“ nimmt sich derartiger Probleme bereits seit 2016 an und entwickelte nun mit dem Schweizer Gründer und Rekordsegler Yvan Bourgon einen Lösungsansatz.

Nach drei Jahren intensiver Forschung und Entwicklung stellten sie dieses Jahr einen „Riesen“-Katamaran mit dem Namen „Manta“ vor, der den vorhandenen Plastikmüll in den Meeren einsammeln und in Energie umwandeln soll. Ein Ziel ist dabei, dass Makroplastik sich erst gar nicht in Mikroplastik zersetzen, sondern vorher bereits eingesammelt werden soll.

Emissionsreduzierung und Energieeffizienz dank des Öko-Bootes

„Der Manta ist ein völlig neuartiges Öko-Schiff, das die Meere mit Zukunftstechnologien reinigt. Mit dem Katamaran beschreiten wir nicht nur neue Wege in der Bekämpfung des Meeresmülls, sondern zeigen auch nachhaltige Konzepte für den Schiffsbau und die Seefahrt der Zukunft auf“ so Bourgnon über das Projekt.

Porträt von Yvan Bourgnon

Das Design des Öko-Katamarans erinnert tatsächlich etwas an einen Mantarochen. Das 62 Meter hohe, 26 Meter breite, 56,5 Meter lange und 1.800 Tonnen schwere Boot wird von einem Elektromotor und Propellern angetrieben und soll bis zu 75 Prozent autonom agieren. Zwei Sammelsysteme, ein Kollektor und ein Beförderungsband sorgen dafür, dass drei Tonnen Plastikabfall pro Stunde aus dem Meer in das Boot kommen.

Dort nutzt der Manta eine Waste-to-Electricity-Conversion-Unit, die den Müll in Elektrizität umwandelt. Der sortierte und nicht mehr recyclebare Plastikabfall dient also der Fortbewegung des Katamarans, indem dieser geschmolzen wird und ein Synthesegas entsteht, das von Turbinen in Strom umgewandelt wird.

Südostasien als erstes Ziel

Für Bourgnon ist der Öko-Katamaran eine Herzensangelegenheit, denn bereits als Kind nahm er die Verschmutzung der Ozeane auf einer vierjährigen Reise mit seinen Eltern wahr. Als er später selbst um die Welt segelte, befand er sich inmitten einer Müllhalde und gründete nach der Rückkehr an Land die Umweltschutzorganisation „The SeaCleaners“.

Der Manta befindet sich derzeit noch in der Entwicklungsphase und soll erst 2024 gelauncht werden. Insbesondere in Küstennähe und Flussmünden soll das Boot zum Einsatz kommen und dabei mit nur etwa 2,5 Knoten fahren, um die Tiere nicht zu gefährden. Auch der Motor ist so konzipiert, dass er von den Tieren zwar gehört wird, sie allerdings nicht stören soll. Als erstes Ziel soll die südostasiatische Region angesteuert werden.

Fotos: The SeaCleaners

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