Wenig bis gar keine fossilen Brennstoffe sollen zukünftig beim Transport von 7.000 Autos über die Weltmeere benötigt werden – das ist zumindest das Ziel des schwedischen Unternehmens Wallenius Marine. Das Schiff „Oceanbird“ soll die Treibhausgasemissionen auf dem Meer um mindestens 50 Prozent reduzieren. Wie ist das möglich?

Zum Vergleich: Ein Standard-Autoschiff verbraucht in etwa 40 Tonnen Brennstoff pro Tag, was erheblich zum enormen CO2-Fußabdruck der Transportindustrie beiträgt. Von diesen Autotransportschiffen sind zur selben Zeit mehrere hundert auf den Meeren unterwegs. Hinsichtlich des Klimawandels sind diese Zahlen nicht mehr zu stemmen. Eine Lösung muss her und so wagte Wallenius Marine mit einem Griff in die Segel-Historie einen innovativen Fortschritt in Richtung Klimawandel-Stopp.

Die Länge von 200 m und die fünf 80 m hohen Masten des „Oceanbird“ sollen lediglich eine Hauptenergiequelle über die Weltmeere befördern: der Wind. Die Segel können um 360 Grad gedreht und bei starkem Wind auf bis zu 60 m eingefahren werden. Diese Höhe ist notwendig, um ausreichend Antriebskraft für das 35.000 Tonnen schwere Transportschiff zu erzeugen.

Den Wind in den großen Höhen ideal nutzen

Ein Schiff in dieser Größenordnung mit Segeln zu versehen und dem Klima zuliebe auf die Kraft des Windes zu setzen, verlangt den Entwicklern punktgenaue Planung ab. Denn in diesen Höhen müssen die Segel dem fortlaufenden sowie starken Wechsel von Windgeschwindigkeit und -richtung standhalten. So platzierte das Unternehmen bei Atlantiküberquerungen Sensoren an Transportschiffen. Diese lieferten Daten, mit denen Wallenius Marine ein System für die Flügel, den Rumpf und deren ideale Windnutzung entwickeln konnte. Was ist das Ziel?

Laut den Entwicklern des „Oceanbird“ können mit dem Einsatz des Schiffes bis zu 90 Prozent der CO2-Emissionen klassischer Motorschiffe gespart werden. Im Vergleich zu den bislang eingesetzten Transportschiffen mit maximal 17 Knoten erreicht der „Oceanbird“ nur 10. Daher wird das Schiff nicht acht, sondern in etwa 12 Tage für eine Nordatlantiküberquerung benötigen.

Bis das Projekt von Wallenius Marine und SSPA die Autos über die Meere befördern kann, dauert es sicherlich noch eine Weile. Die Entwickler wollen mit einer kleineren Version zunächst weitere Daten für die Fertigstellung des Entwurfs sammeln.

Foto: Wallenius Marine

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.