Wir blicken zurück auf ein Segeljahr, wie es bislang wohl kaum einer erlebt hat. Wie sehr prägte die Corona-Pandemie den Sport und mit welchen Konsequenzen leben Betriebe wie Charterunternehmen oder Ausbildungsstätten in Deutschland?

Im Februar begann die erste Welle nun allmählich auch nach Deutschland überzuschwappen und die ersten Storno- oder Umbuchungsmöglichkeiten wurden per Mail angekündigt. Ein Jammer für die Segelreise, die doch für den März geplant war. Hätte damals schon jemand gewusst, was die Welt noch so alles erwartet, hätte man der verpassten Segelreise vermutlich noch länger hinterhergetrauert. Der Lockdown kam und einige Bundesländer schlossen ihre Grenzen. Was bedeutete das für den Segelsport?

Häfen, Werftbetriebe, Charterunternehmen und Händler blieben weiterhin unerreichbar. Auch der Zutritt zu Segelvereinen und Stegen blieb den Wassersportlern verwehrt. Die Verzweiflung unter den Segelliebhabern wurde nach jedem neuen Beschluss vonseiten der Politik immer größer, jede Hoffnung niedergeschmettert. Im Online-Magazin „Yacht“ fand der Ärger einen Ausdruck: „Segeln, insbesondere Fahrtensegeln mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt, birgt nachweislich keinerlei erhöhtes Infektionsrisiko. Es fehlt also schon an Notwendigkeit für derart harte Regelungseingriffe.“

Das Sterben zahlreicher Betriebe und Jobs

Je länger der Stillstand anhielt, desto größer wurde das Drängen nach Veränderung. Da war die Angst um die Betriebe, die Einnahmen einbüßen und um jene, die jeden Tag für den Wassersport arbeiten und nun ihren Job verlieren könnten. Doch mit dem Fall der Infektionszahlen in Richtung Sommer stieg die Hoffnung für den Segelsport. Die Maßnahmen wurden gelockert und in einer aktuellen, von „Yacht“ veröffentlichen Bilanz zeigt sich der glimpfliche Ausgang für einen Großteil der Betroffenen.

Anders als im Frühjahr noch befürchtet, entwickelte sich in Deutschland laut dem Online-Magazin ein regelrechter Segel-Boom. Mitte September wurden Vertreter der Segelbranche befragt und einige Unternehmen profitierten in den Sommermonaten von den Einschränkungen des öffentlichen Lebens, da viele der Deutschen den Heimaturlaub bevorzugten.

Insbesondere Händler von neuen und gebrauchten Booten erlebten einen nennenswerten Zuwachs. Einige der Händler gehen dahingehend wohl sogar von einem anhaltenden Trend aus. Auch Ausrüster, Hafenbetreiber und Ausbildungsstätten berichteten laut „Yacht“ von einem gesteigerten Interesse. Bei Charterunternehmen und Flottenbetreiber sieht die Bilanz allerdings weniger erfreulich aus, da diese auf unbeschränkte Reisemöglichkeiten angewiesen sind und somit in diesem Jahr deutlich weniger Kundschaft empfangen konnte.

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