2018 kam ein Film mit einer extra Portion Gänsehaut-Feeling in die Kinos: „Die Farbe des Horizonts“ erzählt die tragische Geschichte eines Seglerpaares nach einer wahren Begebenheit mit viel Gefühl.

Tami Oldham Ashcraft (Shailene Woodley) wacht auf und ist allein. Allein in ihrem mit Wasser vollgelaufenen Segelboot mitten auf dem Pazifik. Ihren Verlobten Richard Sharp (Sam Claflin) entdeckt sie an ein Beiboot geklammert und schafft es, ihn an Bord zu retten. Für das Seglerpaar beginnt der Kampf ums Überleben, denn Sharp ist schwer verletzt und Ashcraft völlig auf sich allein gestellt. Das Festland liegt Tausende Kilometer von ihnen entfernt.

Nach dem Bergsteiger-Drama „Everest“ ist der Film mit der Thematik: Mensch gegen die Natur, bereits der zweite seiner Art des isländischen Regisseurs Baltasar Kormákur. Nur sind die Protagonisten diesmal nicht dem Himalaya, sondern dem erbarmungslosen Ozean ausgesetzt. Der Aufhänger? Das Drehbuch entstammt keiner erfundenen Geschichte eines Autors, denn es erzählt das Unglück, das Ashcraft selbst durchleben musste.

Rückblende: Was war passiert?

Die Geschichte der beiden Segler beginnt im Südseeparadies Tahiti. Ashcraft ist erst 24 Jahre alt und reist planlos umher, weshalb der erfahrene Skipper Richard sie auf Anhieb in seinen Bann zieht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte wie aus dem Buche und sie genießen das gemeinsame, sorglose Leben auf Tahiti, als ihnen plötzlich ein verlockendes Angebot begegnet.

Die luxuriöse Yacht eines befreundeten Ehepaares soll von Tahiti nach Kalifornien gesegelt werden, und nach einiger Überlegung stürzt sich das verliebte Paar ins Abenteuer. Gute Stimmung, Sonnenschein und optimale Segelbedingungen bestimmen für die erste Zeit das Leben an Bord. Doch kurze Zeit später schlägt ein Hurrikan zu und zieht das Boot in sein Zentrum.

Nachdem die Protagonistin am Kopf getroffen wurde, erwacht sie aus ihrer Bewusstlosigkeit und zieht ihren schwer verletzten Partner an Bord. Nun geht es für die Segler um Leben und Tod, denn das Festland liegt in weiter Ferne, der ursprüngliche Zielhafen ist unerreichbar, die Nahrung reicht nicht lange. Die Seglerin beschließt Hawaii anzusteuern und muss sich dabei auf ihre alleinige Segelerfahrung verlassen.

Eine wahre Geschichte über Liebe, Verlust und Überleben auf hoher See

Die Lage des Paares ist so prekär, dass die Tatsache der wahren Begebenheit einige Zuschauer sicherlich erschaudern lässt. Als Vorlage für das Drehbuch diente Ashcrafts literarisches Werk „Red Sky Mourning – A True Story of Love, Loss, and Survival at Sea”. Die US-Amerikanerin verarbeitet darin das Geschehene und erzählt in simpler und auch für Segellaien verständlicher Sprache die Geschichte von sich und Sharp.

Der Film schleudert den Zuschauer mit seinem gekonnt animierten Ozean direkt ins Geschehen. Die hohen Wellen, 140-Knoten-Winde und die unendlich scheinende Weite des Ozeans werden so deutlich, dass das Unglück fast schon nachzuempfinden ist.

Die Rückblenden auf vergangene glückliche Tage im Südseeparadies sind allerdings so kitschig, dass sie dem Film an einigen Stellen die Nähe zur Realität rauben. Kormákur wollte damit womöglich den Schrecken des Unglücks verstärken, was der Film dank der starken schauspielerischen Leistung von Woodley und Sharp jedoch nicht gebraucht hätte. Es gelingt ihnen, den Schmerz und die Verzweiflung mit überzeugender Intensität auf den Zuschauer zu übertragen.

Titelbild: Tobis Film

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