SOS – heutzutage sind die drei Buchstaben international als Hilferuf bekannt. Auf dem Wasser war das Morsen des kurzen und somit schnellen Notrufs lange ein unmissverständliches Signal für ein Schiff in Seenot. Heute funktioniert dies über ein Seenotfunksystem.

Drei kurz, drei lang, drei kurz und die Funkwachen aller Welt waren über den Notstand eines Schiffes auf dem offenen Meer informiert. 1906 einigte man sich auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin auf das Morsezeichen. Bis dahin hatte es kein international einheitliches Zeichen für den Notfall gegeben und einige Hilferufe waren ungehört geblieben. Die drei Initialen werden heute mit „Save Our Ship“ oder „Save Our Souls“ übersetzt. Das steckte jedoch damals nicht hinter dem Kürzel. Die Morsezeichen waren lediglich prägnant und gut zu merken.

Schiffe gerieten ohne SOS in Seenot

Die einheitliche Verwendung des Notrufes benötigte jedoch erst einmal eine gewisse Anlaufzeit. So gerieten zunächst einige Schiffe in Seenot ohne Gebrauch von dem international vereinbarten Kürzel zu machen. Das erste dokumentierte Schiff, das sich auf das SOS berief, war das Passagierschiff Slavonia im Jahr 1909. Das Schiff ging unter, die Passagiere konnten durch den rechtzeitigen Alarm von zwei Dampfern gerettet werden.

Drei kurz, drei lang, drei kurz – das ist das Morsezeichen für den Hilferuf SOS.

Das wohl größte bekannte Seefahrt-Unglück aus den Anfängen des 20. Jahrhundert ist der Untergang der Titanic im Jahr 1912. In etwa 1.500 Menschen mussten ihr Leben auf hoher See lassen, da die Notrufsignale zu dieser Zeit noch nicht ausreichend funktionierten. Mit unterschiedlichen Morsezeichen versuchten die Offiziere auf sich aufmerksam zu machen. Der Funker eines Schiffes in der Nähe hörte diese jedoch nicht, da er schlief. Nach dieser Tragödie kam es zu neuen Sicherheitsabkommen in der Seefahrt.

Notsignale auf der modernen Seefahrt

Der ADAC erklärt den Ablauf eines Notrufs genau: Sprechfunktaste drücken. „Mayday, Mayday, Mayday. Hier ist (Name des Bootes). Mayday. Hier ist (Name des Bootes). Meine Position ist (Längen- und Breitengrad).“ Daraufhin den Notfall angeben, um Hilfe bitten und zweimal die Sprechtaste für jeweils zehn bis 15 Sekunden gedrückt halten. Over. Mit dieser Reihenfolge und detaillierten Angaben wird die Rettung in die Wege geleitet.

Die Funkkanäle „UKW-Kanal 16“ und „Kanal 70“ werden in Deutschland vom „Bremen Rescue Radio“ überwacht. Darüber können Seeleute in Not ihren Hilferuf absetzen.

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.