Für Strandsegler hat der Strand eine ganz andere Bedeutung, als das Handtuch darauf auszubreiten oder eine Burg zu bauen. Sobald die Ebbe nach der Flut einsetzt, sind die Strandsegler mit den gehissten Segeln an den Rennwagen am Strand von St. Peter-Ording bereit.

Der Yachthafen in St. Peter-Ording zählt zu einem von wenigen in Deutschland. Dort liegen keine Boote, sondern Landyachten. Bei Wind und Wetter warten die Strandsegler darauf, dass die Ebbe die Sandfläche zwischen den Dünen und der Wasserkante freilegt. Auf drei Reifen lassen sich die Segler vom Wind über die Sandbank treiben und erreichen dabei Geschwindigkeiten, die an Autobahnen erinnern.

Vom Hobby der Bewohner zur Europameisterschaft

Die Ursprünge des Strandsegelns lassen sich bereits etwa 400 Jahre in der Vergangenheit finden. Aus einem Hobby der Deichbewohner wurde eine heute angesehene Sportart, die in Meisterschaften ausgetragen wird. Neben St. Peter-Ording kann der Sport in Deutschland jedoch nur auf den Ostfriesischen Inseln ausgeübt werden. Die Bedingungen des harten, kilometerlangen Strands lassen sich nicht überall finden.

Die großen, harten Sandbänke in St. Peter-Ording eignen sich ideal für das Strandsegeln.

Auch in Belgien und den Niederlanden bieten einige Strände die Voraussetzungen für das Strandsegeln. In Großbritannien wiederum trainieren die Landsegler auf stillgelegten Fluglandebahnen. Für das Strandsegeln benötigen die Piloten der Landboote einen Schein. Der Strandsegel-Weltverband FISLY organisiert Wettbewerbe und legt die Standards für die Sportart fest.

Inspiration von Lastenseglern in China

Professionelle Landbootsbauer widmen sich heute den Konstrukten der Segelwagen. Um 1600 ließen sich die Europäer von den chinesischen Lastenseglern auf Rädern inspirieren. Aus abenteuerlich zusammengebastelten Kisten mit Autoersatzteilen entstanden im Laufe der Zeit die heutigen Landboote. Dabei unterteilen die Bauer die Boote je nach Konstruktion, Gewicht, Größe und Segelfläche in unterschiedliche Klassen.

Der Wind weht in die Segel und treibt die flachen Kisten auf ihren Rädern mit hohen Geschwindigkeiten über die Sandbänke. „Nur wer das millimetergenaue Spiel an der Schot versteht, kann die Geschwindigkeit halten. Nur wer den Strand lesen kann, wird vorne mitfahren.“, so Strandsegler Jens Brambusch.

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