Der Begriff Segelsport wurde jahrzehntelang in einem Atemzug mit Willy Kuhweide genannt. Dreifacher Europameister, vierfacher Weltmeister und zweifacher Medaillengewinner bei Olympischen Spielen – so liest sich die Vita der deutschen Segellegende. Doch nicht nur das Wasser war sein Element, auch in der Luft fühlte sich Kuhweide besonders wohl. Hauptberuflich war er Pilot, im Nebenberuf einer der erfolgreichsten deutschen Segler.

Wahrscheinlich führten ihn seine selbsternannten Stärken wie Disziplin und Konsequenz zu den zahlreichen Erfolgen seiner Karriere. Schon sehr früh setzte Kuhweide diese Kraft beim Segeln um: „Segeln habe ich nicht gelernt, ich bin damit aufgewachsen.“ Damit erklärte der Deutsche, wie sehr Segeln schon immer zu ihm gehört habe, praktisch ein Wesenszug seiner selbst sei.

Bei Kuhweide kam auch erst das Segeln, dann das Laufen. Das Boot seiner Eltern namens „Wunschtraum“ auf dem Wannsee war immer so etwas wie der Zweitwohnsitz der Familie. Sein erstes eigenes Boot bekam der kleine Wilhelm 1948, im Alter von fünf Jahren. Auf der Jolle drehte er dann Runde um Runde um das elterliche Dickschiff herum. Ein Talent, das auch dem Verein Seglerhaus am Wannsee nicht verborgen blieb.

Fleiß und Einsatz auf dem Weg zur Segellegende

Doch die deutsche Segellegende war sich immer bewusst, dass Talent alleine nicht ausreicht. Für den Erfolg standen bei Kuhweide immer Fleiß und unermüdlicher Einsatz an erster Stelle auf dem Weg zum Erfolg.

Segelregatta
Foto: yanlev – stock.adobe.com

Das zahlte sich früh aus: Bei der Kieler Woche ersegelte der 15-Jährige seinen ersten Sieg. Auf der olympischen Jolle gelang ihm das ein Jahr später erneut, bei den Europameisterschaften wurde Kuhweide Vierter.

Ab 1960, als der Segler schließlich Zweiter bei der Europameisterschaft im Finn-Dinghy wurde, war er nicht mehr er aus dem internationalen Segelsport wegzudenken. Nur ein Jahr später wurde er Europameister, 1963 zum ersten Mal Weltmeister.

Kuhweide wird Segelidol

Trotz einer schweren Mittelohrentzündung und dem Konkurrenzdruck, gegen ein DDR-Team antreten zu müssen, kürte sich Kuhweide 1964 zum Olympiasieger. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war er zur Identifikationsfigur im Segeln geworden. Mit Olympia wurde Segeln zum Breitensport und Kuhweide zum Idol.

Nach dem Ende seiner aktiven Segelsportkarriere legte der Deutsche den Fokus auf seine zweite Leidenschaft. Von 1989 bis 1994 leitete Kuhweide die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Phoenix, Arizona. Auch in seiner Wahlheimat, den USA, blickt der heute 78-Jährige hin und wieder auf seine Segelkarriere zurück. Vor allem seine Kindheit auf dem Wannsee ist ihm in besonders schöner Erinnerung geblieben.

Titelbild: Wikimedia Commons

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